Stärkung für Körper, Geist und Seele: Albert Berner-Stiftung fördert neues Musikangebot für Pflegebedürftige

Mit einem neuen musikalischen Angebot kann die Keppler-Stiftung Künzelsau ab sofort noch mehr hochaltrige und dementiell erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner in ihren Häusern erreichen - erstmalig vor allem auch solche, die nicht mobil sind. Ermöglicht wird das zunächst auf ein Jahr angelegte Pilotprojekt durch eine großzügige Anschubfinanzierung der Albert Berner-Stiftung. Die gemeinnützige Organisation stellt einen Förderbetrag in Höhe von insgesamt 10.500 Euro zur Verfügung, um Instrumente (u.a. Gitarre, Tischharfe, Monochord, Perkussion) sowie das benötigte Notenmaterial anzuschaffen. Außerdem deckt die Spende die Personalkosten für die Gestaltung und fachliche Begleitung der Einheiten ab.

Stärkung für Körper, Geist und Seele: Albert Berner-Stiftung fördert neues Musikangebot für Pflegebedürftige Berner Group

Das neue Angebot folgt dem didaktischen Ansatz der Musikgeragogik. „Im Unterschied zur Musikpädagogik geht es bei der Geragogik nicht darum, dass die Seniorinnen und Senioren ein Instrument fehlerfrei spielen oder ein Lied perfekt singen können“, erklärt Diakon Wolfgang Bork (Oberginsbach), der sich als ausgebildeter Musikgeragoge auf die musikalische Bildung im Alter spezialisiert hat und das Programm leitet. „Ziel ist es, den positiven Einfluss der Musik auf Körper, Geist und Seele zu nutzen und möglichst vielen Bewohnerinnen und Bewohnern zuteilwerden zu lassen.“ So erhoffen sich die Verantwortlichen von der Maßnahme unter anderem folgende Wirkung:

  • Steigerung der Konzentrations-, Koordinations- und Gedächtnisleistung
  • Stärkung der Atmung, Motorik und Köperkraft
  • Aktivierung, Kommunikation, soziale Integration

„Mein Mann und ich sind sehr dankbar, dass wir mit St. Bernhard und dem Demenzzentrum hier in Künzelsau einen Platz haben, an dem man in Würde altern kann und Pflegebedürftige ebenso professionell wie liebevoll betreut werden“, sagt Ursula Berner, Stiftungsratsvorsitzender der Albert Berner-Stiftung. „Selbst hochbetagte, eingeschränkte oder schwer erkrankte Menschen mit Musik in Berührung zu bringen, ist ganz im Sinne unseres Stiftungsgedankens. Deshalb unterstützen wir das Projekt von Herzen gerne. Ich bin sicher, dass das Angebot für einen Lichtblick im Alltagsgrau sorgt und einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, die Lebensfreude und das Selbstwertgefühl zu erhalten.“

Einzelbetreuung, Gruppentermine und musikalische Wanderungen

Bisher gibt es im Seniorenzentrum St. Bernhard einen wöchentlichen Singkreis, der von Ehrenamtlichen organisiert wird. Dieses Angebot wird künftig in der Keppler-Stiftung Künzelsau um mehrere Bausteine ergänzt. Im Max-Richard und Renate- Hofmann-Haus mit den Hausgemeinschaften findet thematisch passend zur Jahreszeit und zum Kirchenkalender – beispielsweise eine wöchentliche Musikandacht statt. Dabei arbeitet Wolfgang Bork Hand in Hand mit den Betreuungskräften der Einrichtung, die das Unterrichtskonzept auf Wunsch um eigene methodische Inhalte erweitern können. Im St. Bernhard „wandert“ der Geragoge einmal pro Woche für eine Stunde singend uns musizierend durch die Flure und offenen Wohnbereiche. Wer Lust hat, ihn zu begleiten, oder eines der Instrumente aktiv ausprobieren möchte, darf sich spontan dazugesellen. Überwiegend bettlägerige Bewohnerinnen und Bewohner, bei denen eine musikalische Affinität bekannt ist, besucht Wolfgang Bork darüber hinaus auf den Zimmern. „Die musikalische Einzelbetreuung richtet sich ganz nach den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten“, berichtet Karin Kozel (Sozialdienstleitung). Wir wollen besonders auch die Menschen mit Musik in Berührung bringen, die aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit nicht an den Gruppenterminen teilnehmen können.“

Feste Aufnahme ins Programm geplant

Das im Oktober gestartete Angebot wird hervorragend angenommen und zeigt schon jetzt erste Erfolge. „Es ist schön zu sehen, wie durch das gemeinsame Musizieren weit zurückliegende Erinnerungen wieder ins Gedächtnis gerufen werden“, berichtet Wolfgang Bork. „Insbesondere bei Menschen, die unter Demenz leiden, sind bekannte Musikstücke aus früheren Jahren fest verankert, aber oft nicht mehr präsent. Durch das Musizieren erinnern sie sich wieder und singen begeistert mit.”

Auch die Gemeinschaftsbildung wird nachhaltig gefördert, wie Gisela Tränkner (Sozialdienstleitung) erzählt: „Dadurch sind wir in der Lage, Brücken zueinander zu bauen. Alle Teilnehmenden können gemeinsam etwas gestalten. Musik ist somit ein wichtiger Türöffner für das Miteinander. Es ist immer wieder schön, in die strahlenden Augen zu sehen und zu merken, dass die Musik etwas Positives bewirkt.”

Nach dem Pilotjahr soll das neue musikalische Angebot – gegebenenfalls modifiziert – fest in das Betreuungsprogramm der Keppler-Stiftung Künzelsau integriert werden. Diese besteht aus dem Seniorenzentrum St. Bernhard für 70 überwiegend somatisch hilfebedürftige Senioren sowie dem Max Richard und Renate-Hofmann-Haus. Dort befindet sich ein beschützter Bereich für zwei Hausgemeinschaften mit je 13 dementiell erkrankten Personen.

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